SOUVENIRS
SOUVENIRS
Hanro x Adam
Meine limitierte Unisex Capsule Collection, die in Zusammenarbeit mit Hanro entstanden ist, wurde im März 2026 gelauncht und ist ab sofort im Einzelhandel und online erhältlich.
Anfang 2024 hat Hanro mich gefragt, ob ich Lust habe, gemeinsam eine Capsule Collection zu entwickeln. Ich habe mich riesig gefreut. Hanro steht für Qualität, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit – Werte, die mir grundsätzlich wichtig sind. Produziert wird direkt in Österreich und in Portugal.
Da ich Modemanagement studiert hatte, bevor ich in meinem beruflichen Werdegang über die Medien zur Kunst fand, fühlte sich das Angebot einer gemeinsamen Kollektion wie ein Full-Circle Moment an, in dem ich viele Bereiche miteinander verbinden könnte, die mich interessieren und mit denen ich mich in meiner Karriere und persönlich beschäftigt habe.
Das erste Treffen mit dem Marketing-, Produktmanagement-, und Designteam bei Hanro in Mäder war direkt sehr wertschätzend und ich merkte, das wird eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe und ich sagte höchstmotiviert zu.
Das Team hat mir bei der Kollektionsentwicklung viel Freiheit gegeben. Die einzige Vorgabe: bestehende Designs neu interpretieren und in meine eigene Welt zu übersetzten.
Ich wusste in den zwei Jahren bis zum Launch wird sich meine künstlerische Arbeit verändern und auch ich würde mich persönlich entwickeln.
Daher war es für mich wichtig, dass ich mich von einem Motiv lösen und konzeptuell arbeiten kann, sodass ich mich auch in dem langen Zeitraum und auch langfristig mit der Arbeit identifizieren kann.
Im Zentrum meiner Idee stand für mich eine persönliche Geschichte: Coming-of-Age-Momente, Erinnerungen an Kindheit, Jugend und Erwachsenwerden.
Ich wollte eine unisex Kollektion entwickeln, die als Konzept funktioniert und gleichzeitig für ganz unterschiedliche Menschen tragbar ist, mit der sich viele identifizieren können und die verbindet.
Ich habe beim Entwerfen viel an meine eigenen Erfahrungen gedacht, aber auch an meine Freund:innen und meine Familie: unterschiedliche Körper, Erfahrungen, Eigenheiten und Stile.
Ich hatte ein Bild im Kopf: Ich öffne einen Koffer und gebe jeder Person, die mein Leben geprägt hat, ein Teil der Kollektion als Souvenir unserer gemeinsamen Zeit.
Etwas, das bleibt. Etwas, das mit ihnen weitergeht.
Die Zusammenarbeit
Anfang 2024 fanden erste Gespräche mit Hanro statt, im Frühjahr 2024 war ich das erste mal in Mäder Österreich und lernte das Team persönlich kennen, stellte meine ersten Ideen vor.
Den Sommer verbrachte ich damit, mein Konzept inkl. Look & Feel, Kampagne und Vermarktungsideen auszuarbeiten und gab meine finalen Entwürfe im Herbst 2024 ab.
Ab diesem Punkt haben das Hanro Designteam mit dem Produktmanagemet mit meinen Ideen gearbeitet und nach vielen telefonischen Abstimmungen trafen wir uns im Frühjahr 2025 zur Besprechung der Samples in Mäder wieder und ich durfte die dreizehnteilige Kollektion das erste mal live sehen. So aufregend!
Wir änderten noch ein paar wenige Details, sodass die finale Produktion losgehen konnte.
Der Katalog
Die Kampagne
m Sommer 2025 produzierten wir mit einem großartigen Team die Kampagne in Brandenburg im Gutshaus Friedenfelde und in meinem Atelier.
Die Vision, die ich im Jahr zuvor mit meinem Kampagnenkonzept hatte, wurde nun mit Hilfe der talentierten Fotografin Rita Lino und des Videografen Sam Tatchev und ihren Teams visuell für mich greifbar.
Die Vision, die ich im Jahr zuvor mit meinem Kampagnenkonzept hatte, wurde nun mit Hilfe der talentierten Fotografin Rita Lino und des Videografen Sam Tatchev und ihren Teams visuell für mich greifbar.
Sales Präsentation
Vertriebspräsentation der Hanro Kollektionen für 2026 in Mäder teilnehmen. Meine Entwürfe, an denen das Hanro Team über mehrere Monate im engen Austausch mit mir gearbeitet hat, auf dem Laufsteg zu sehen, war vollkommen surreal und ich war total überwältigt.
Dort führte ich Gespräche mit internationalen Vertretern von Hanro und ab dem Zeitpunkt wurde die Kollektion geordert.
Der Launch
Ein Dreivierteljahr später stand der große Moment bevor. Ausgewählte Presse wurde bereits in den letzten Monaten über die Kollektion von der Agentur Claudia Wünsch informiert und im März 2026 wurde der Launch bei einem unvergesslichen Pressedinner in Berlin im Chateau Royal gefeiert.
SOUVENIRS ist ab sofort online, in allen Hanro Stores im DACH-Raum und bei Breuninger & im KaDeWe erhältlich. Ab Ende April auch in den internationalen Stores. Ich freue mich über Fotos von euch in den Souvenirs und wenn ihr die Kollektion irgendwo entdeckt :)
Begleitend zu meiner Kollektion ist dieser wunderbare Text über Kunst und Mode meiner lieben Freundin und geschätzten Journalistin Valerie Präkelt erschienen.
KUNSTSTÜCK
Kunst und Mode sind Erinnerungsträger.
Eine Annäherung an Stoffe, die uns berühren .
Von Valerie Präkelt
Manchmal macht Kunst es uns ganz leicht: Sofort wissen wir, ob uns eine Arbeit gefällt oder nicht. Ob sie uns erwärmt oder kalt lässt. Magisch wird es immer dann, wenn Kunst uns regelrecht mitreißt, uns glücklich, traurig oder melancholisch stimmt. Wenn die Betrachtung etwas in uns in Bewegung setzt und eine längst vergessene Erinnerung weckt, zart wie ein Pinselstrich. Eine Erinnerung an Sommertage am See, an denen man mit nasser Haut ans Ufer tritt und in eine weite Hose steigt, die dann zaghaft am Bein klebt. Auf dem Fahrrad krempelt man die Hose hoch, damit sie nicht in den Speichen hängen bleibt und der Asphalt der Hauptstraße riecht nach warmem Regen. Der Sommer ist ein Kunststück, das ein Souvenir verdient. Eine kleine Muschel vom Strand oder ein Kieselstein, den man zu Hause aufbewahrt, als würde es sich dabei um ein Museumsstück handeln.
Wie oft standen Sie im Museum schon vor einer Leinwand und haben sich gewünscht, mit dem Finger darüber streichen zu dürfen? Den Rillen der Farbe mit der Kuppe des kleinen Fingers zu folgen? Dem Kunstwerk näher zu kommen, wohlwissentlich, dass es nicht erlaubt ist? Im Museum schützt uns unser Anstand davor, der taktilen Neugier zu folgen und die Grenze zu übertreten. Kunst ist schließlich auch mit Distanz erlebbar. Mit Mode ist das, Haute Couture einmal ausgenommen, anders. Kleidung braucht unseren Tastsinn. Ziehen wir ein Baumwollunterhemd über, dann erkennt unsere Haut ganz schnell, womit sie es zu tun hat. Wie der Stoff sich anfühlt, entscheidet darüber, ob uns ein Kleidungsstück auf lange Zeit begleiten wird.
Auf die Frage, ob Mode denn nun eigentlich Kunst ist, gibt es tausende Antworten. Eine lautet: Kunst und Mode sind eigenständige Disziplinen, die sich seit jeher gegenseitig inspirieren. Vielleicht aber ist es an der Zeit, unsere Kleidung häufiger wie ein Kunstwerk zu behandeln – verdient hätte sie es.
Gewöhnlich ziehen wir uns in Schichten an: Unterwäsche, T-Shirt, Pullover und so weiter. Auch Maler:innen arbeiten in Farbschichten. Die Leinwand wird grundiert, dann wird Ölfarbe, Acryl oder Gouache Schicht für Schicht aufgetragen. So entsteht Tiefe, das Licht wird durchscheinender, die Farben stärker. Auch die Qualität der Leinwand ist nicht unerheblich für die Langlebigkeit eines Kunstwerks. Da sind sich Mode und Kunst ganz ähnlich: die Basis ist wichtig, selbst wenn man sie am Ende nicht mehr sieht. Kunst muss sich nicht auf ein Medium beschränken. Stoff ist nur eine von vielen Optionen. Wie so oft gehörten die alten Ägypter zu den ersten, die auf Leinen malten. In der europäischen Kunstgeschichte fanden Leinwände erst ab dem 13. Jahrhundert Einzug – und dann dauerte es noch zwei Jahrhunderte, bis der textile Untergrund an Popularität gewann. Die Leinwand ermöglichte es Kunstschaffenden in größeren Dimensionen zu denken, weil man das Textil aufrollen und damit reisen konnte. Dem Pinsel wurde die Leinwand aber erst dienlich, wenn sie aufgespannt eine ebene Malfläche bot. Eine Leinwand braucht Spannung, um Farbe aufzunehmen. Ein Kleidungsstück braucht einen Körper, um Wirkung zu entfalten.
„Die Mode hat die Witterung für das Aktuelle, wo immer es sich im Dickicht des Einst bewegt“, hat Walter Benjamin einst geschrieben. Tatsächlich zehrt die Mode von der Kunst, sie blickt zurück, zitiert und honoriert, findet Inspiration in Vergangenem und holt sie ins Heute. Mode erinnert sich gerne, ohne dabei im Gestern verloren zu gehen. Auch das ist ein Kunststück.
Dass wir Mode und Kunst ganz unterschiedlich konsumieren, ist wenig überraschend. Doch bisweilen würde es uns gut tun, wenn wir den Modekonsum so ernst nehmen würden wie die Provenienz eines Kunstwerks. Wenn wir Konsument:innen uns wirklich dafür interessieren würden, wer etwas wie und wo unter welchen Bedingungen herstellt. Oder wenn wir ein Stück, das wir besonders gern haben, als Leihgabe an Freund:innen ausleihen, wie ein gelungenes Kunstwerk, das durch die Museen zieht, um vielen Menschen Freude zu bereiten. Das bedeutet nun nicht, dass man Mode mit Ehrfurcht begegnen soll. Aber wir könnten bewusster, ja, behutsamer mit ihr umgehen. Sie mit Erinnerungen aufladen, wie das Souvenir eines Sommers, das wir wie ein kostbares Museumsexponat behandeln.